US-Justizministerium scheint die
Zerschlagung von Microsoft vorzubereiten
(USA Today, 29. Juli 1999)
Das US-amerikanische Justizministerium stellt sich darauf ein, daß am Ende des
Antitrust-Prozesses gegen Microsoft eine Zerschlagung des Unternehmens stehen könnte.
Mitarbeiter von zwei führenden Technologie-Investment-Banken haben darüber berichtet,
daß leitende Mitarbeiter des Justizministeriums an sie herangetreten seien und um
detaillierte Vorschläge gebeten hätten, wie Microsoft am besten aufzuteilen sei.
Mit einer solchen Studie, die durchaus mehrere hunderttausend DM kosten kann, soll
herausgearbeitet werden, in welchen Bereichen eine Trennung des Unternehmens vorgenommen
werden könnte und wie der Markt darauf reagieren würde.
Beide Banken haben es abgelehnt, eine derartige Untersuchung durchzuführen, da sie sich
nicht auf die Seite des Justizministeriums schlagen wollen, dessen regulierendes Verhalten
in der Geschäftswelt auf Ablehnung stößt. Zwar erklärte Gina Talamona, eine Sprecherin
des Ministeriums, daß es zu früh sei, über Sanktionen zu sprechen; sie bestätigte aber
auf Nachfrage, daß die Regierung mit Experten in Kontakt stehe, die bei einer Beurteilung
der denkbaren Interventionsmaßnahmen helfen könnten, falls Microsoft den Prozess
verliere.