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Vorbemerkung:
Die Net-Generation lehnt Hierarchien und Autoritäten am Arbeitsplatz als irrational
und uneffektiv ab. Sie beurteilt ihre Kollegen nicht nach Alter oder Einfluß, sondern
nach ihrem Können. Sie arbeitet lieber unabhängig oder in kleinen überschaubaren
Betrieben. Sie wird elektronische Netzwerke gründen und darüber Ideen austauschen.
Digitaler Wissensaustausch wird ein zentrales Anliegen der Net-Generation sein.
(von: Don Tapscott, Visionär der US-Forschungsgruppe für
Zukunftstechnologien, 1999) |
Das Internet ist das weltweit größte Computernetzwerk, das aus vielen miteinander
verbundenen Netzwerken und auch einzelnen Ressourcen besteht. Zu den wichtigsten
Leistungen des Internets - man spricht auch von "Diensten" - gehören
Weitere Dienste sind - der Vollständigkeit halber -
Die Bedeutung des Internets, der unumstrittenen
Schlüsseltechnolige für das 21. Jahrhundert, wächst rapide. Populär geworden ist das
globale Netz mit geschätzten 200 Millionen Usern (Stand: Mitte 1999 laut Global Reach Report / siehe
auch INTERNET- Zahlen / -Community) aber
hauptsächlich durch Einführung des World Wide Webs, das
nicht selten mit dem Internet gleichgesetzt wird, aber tatsächlich nur eine Untermenge -
also einen von mehreren Diensten - des Internets darstellt.
Auch in Deutschland erfreut sich das Internet großer Zuwächse.
Laut einer Studie, die von ComCult Research und TNS Emnid durchgeführt wurde, hat bereits
im Frühjahr 1999 die Zahl derer, die das Internet in Deutschland regelmäßig nutzten,
die 10 Millionen Marke überschritten. Nahezu jeder vierte Deutsche in der Altersgruppe
der 14 bis 64jährigen gab sogar an, das Internet überhaupt schon einmal angewendet zu
haben. Andere Studien berichten ergänzend, daß am Ende des 20. Jahrhunderts die meisten
Nutzer zwischen 25 und 44 Jahre alt sind, die Mehrzahl einen Hochschulabschluß hat und
über ein Bruttoeinkommen von mehr als 5.000 DM verfügt (weitere
Zahlen im Glossar). Die Chance, mit einer Internet-Präsenz einen potentiellen
privaten Kunden zu erreichen, ist also gegeben; gleiches gilt natürlich auch für das
gewerbliche und öffentliche Klientel, das ebenfalls der Anziehungskraft des Internets
mehr und mehr nachgibt. Wen wunderts also, wenn das Internet zur ersten Anlaufstelle
für den Aufbau neuer Kontakte und für die Beschaffung von Informationen aller Art
avanciert - ortsunabhängig und unverbindlich (aber nicht zwingend anonym!). Aus Sicht
derer, die eine Leistung anzubieten haben, ergeben sich damit einige Wettbewerbs-Chancen
durch das Netz der Netze, deren sich auch jeder "kleine" Unternehmer
oder Freiberufler bedienen kann.
Und auch inhaltlich wächst / wuchs das Internet exponential: Nicht wenige gehen davon
aus, daß mittlerweile das gesamte Wissen der Menschheit per HTML-Dokumenten
im Internet herumgeistert: Laut einer Studie der Wissenschafts-Zeitschrift 'Nature' gab es
Mitte 1999 mehr als 800 Millionen Web-Seiten.
etwas zur Technik:
- Im Internet wird das TCP/IP Protokoll eingesetzt.
- Alle am Internet angeschlossenen Computer und Ressourcen sind über eine IP-Adresse identifizierbar; sie besteht aus einer
Zahlenkombination (wie zum Beispiel 209.204.209.212).
- An der Oberfläche werden Klartextnamen verwendet - sogenannte "Domain-Namen" (z.B. glossar.de archmatic.com, focus.de,
akh.de). Die Zuordnung von Domain-Namen und IP-Adressen übernimmt der Domain Name Service
(DNS).
etwas zur Entwicklung / ein historische Rückblick:
Als eine von mehreren Reaktionen auf den Sputnik-Schock wurde 1958 von dem
amerikanischen Verteidigungsministerium die Forschungsbehörde "Advanced Research
Projects Agency" - kurz ARPA -
gegründet. Zielsetzung der ARPA war es, neue Technologien zu entwickeln und dabei auch
nach Visionen und verrückten Ideen Ausschau zu halten; dazu zählte zunächst ein Kommunikations-Netzwerk bzw. die landesweite
Vernetzung verschiedener Forschungseinrichtungen - genannt: "ARPAnet"
("Advanced Research Projects Agency-NET). Die wesentliche Idee war, nicht mit
zentralen Servern und Leitungen zu arbeiten (wie die kommerziellen Anbieter - z.B.
Compuserve), sondern die Ressourcen zu verteilten (siehe auch Routing).
Dadurch war das ARPAnet (und später das Internet) in der Lage, bei einer lokalen
Zerstörung bzw. bei einem "zivilen" Ausfall von einzelnen Teilen des Netzes
umgehend andere Strecken zur Datenübertragung zu verwenden:

So gesehen trifft Günther Schwichtenberg, der Leiter des
Rechenzentrums der Universität Dortmund, in einer dpa-Meldung zum 30. Geburtstag des
Internets den Nagel auf den Kopf: "Ein einziges Internet gibt es eigentlich gar
nicht, es sind nur Regeln, die den Datenaustausch zwischen den vielen weltweiten Netzen
festlegen"
J.C.R. Licklider zeichnete für die ersten Anfänge des neuen Netzes
verantwortlich. Als Abteilungsleiter bei ARPA startete er 1962 gemeinsam mit Professor
Leonard Kleinrock von der UCLA (University of California) das Projekt der vernetzten
Computer. Anders als bei vorangegangenen Anläufen bestand bei der Entwicklung des
ARPAnet die Absicht, in das entstehende Netz heterogene Hardware-Plattformen zu
integrieren. Und etwa August/September 1969 wurde mit der standortübergreifenden
Vernetzung von ARPA-Forschungseinrichtungen begonnen. Gegen Ende des Jahres waren die
ersten vier Zentren miteinander verbunden:
- die Universität von Kalifornien (die
im Übrigen als Wiege des ARPAnet bzw. des Internets gilt - siehe www.internetanni.ucla.edu)
in Santa Barbara mit dem Mainfraim-System IBM 360/75,
- das Stanford Research Institute mit einem SDS-940,
- die Universität von Utah mit einem PDP-10 und
- die Universität von Kalifornien in Los Angeles mit einem SDS Sigma-7.
Im folgenden Jahr kamen auch Harvard und das Massachusetts Institute of Technology
(MIT) hinzu. Mitte 1971 waren dann mehr als dreißig verschiedene Computerzentren in das
Netz eingebunden.
Die ersten beiden Anwendungsprogramme (Dienste) für das neue Netzwerk waren
- ein Programm zur Fernsteuerung fremder Rechner (Telecommunications Network = Telnet) und
- ein Programm für den Austausch von Dateien mit anderen Rechnern (File Transfer Protocol
= FTP).
Die erste große E-Mail-Diskussionsgruppe (Mailingliste),
die im Arpanet entstand, war die "SF-LOVERS"-Liste in den späten 70er Jahren,
in der sich eine Reihe von ARPA-Forschern an öffentlichen Diskussionen über Science
Fiction beteiligte.
20 Jahre lang war das ARPA- bzw. Internet "nur" ein
Verbund teurer und raumfüllender Großrechner. Zugang
hatten nur Wissenschaftler und Computer-Experten, die mit Kollegen
an anderen Universitäten oder Forschungseinrichtungen kommunizierten. Das änderte
sich erst 1989 mit der Abschaltung des ARPAnet und - ganz zaghaft -
mit der Entwicklung des Hypertext-basierten World Wide Web am europäischen Kernforschungszentrums CERN in
Genf. Seither kennt der Internet-Boom keine Grenzen.
Die Zahl der Nutzer wächst wie oben beschrieben Jahr für Jahr in atemberaubender
Geschwindigkeit.
Übrigens:
- Der Leiter von ARPA, Charles Hitzfeld, bewilligte für die Pilotarbeiten 1968 ein Budget
von 500.000 Dollar. Zwei Jahre später betrug das jährliche Budget für das Arpanet
bereits 2,2 Millionen Dollar.
- Die Universitäten Dortmund und Karlsruhe gelten als die Eltern des
deutschen Internets. (Wer Mutter oder Vater ist, muß noch geklärt werden ;-)
Worldcom-Umfrage: Internet
"rechnet sich"
(Mitte 1999)
Firmen, die das Internet nutzen, arbeiten produktiver. Das zumindest ergab eine Studie
im Auftrag von MCI Worldcom. Natürlich
hat MCI als US-Telefongesellschaft Hintergedanken, wenn sie solche Ergebnisse
hinausposaunt. Schließlich profitiert vor allem MCI, wenn Unternehmen verstärkt auf das
Internet setzen. Der Studie zufolge gaben 68 Prozent der befragten Unternehmensvertreter
an, dass sich ihre Kosten dank dem Einsatz von Internet reduziert hätten. 61 Prozent
glauben, wegen des Netzwerks inzwischen weniger reisen zu müssen, während 63 Prozent
einen besseren Kundendienst festgestellt haben. Jede zweite befragte Person gab an, über
das neue Medium am Arbeitsplatz auch persönliche Vorteile erlangt zu haben. |
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