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Im Periodensystem der Elemente steht Wasserstoff seit jeher auf Platz eins: doch bis zur umweltfreundlichen Wasserstoffwirtschaft ist es für das leichteste aller Gase noch ein weiter Weg.  Auf der Hannover Messe 1998 - der größten Investitionsgüterschau der Welt - bewiesen 30 Aussteller aus fünf Ländern jedoch, daß die Industrie steht in den Startlöchern steht. Mit Wasserstoff gespeiste Brennstoffzellen versorgen inzwischen Fahrzeuge und Kleincomputer, auch der Betrieb von Flugzeugen mit riesigen Wasserstofftanks ist technisch kein Problem mehr.

"Der Durchbruch für diese saubere und praktisch unbegrenzt verfügbare Technologie wird jedoch erst kommen, wenn die Unternehmen endlich bereit sind, das vorhandene Know-How zur Serienreife zu bringen", erklärte der Koordinator des Messe-Projektes Arno Evers. Bislang gibt es lediglich einige Prototypen:

  • Ein mit Flüssigwasserstoff betriebener Omnibus der Firma MAN pendelt seit 1996 zwischen dem Flughafen in München und der Neuen Messe.
  • In Hannover präsentieren die deutschen Konzerne Siemens, MAN und Linde jetzt die Ergebnisse einer Projektstudie für einen Bus, dem zwölf auf dem Dach montierte Druckgasflaschen eine Fahrleistung von rund 163 PS garantieren sollen. Reichweite des emissionsfreien Gefährts: rund 300 Kilometer und damit wesentlich mehr als bei Wasserstoffmobilen der ersten Generation.

Verbesserte Ingenieurtechnik macht den enormen Leistungsschub möglich: Der Wirkungsgrad moderner Brennstoffzellen liegt zwischen 40 und 75 Prozent. Benzinmotoren bringen dagegen im Durchschnitt lediglich 30 Prozent der im Kraftstoff enthaltenen Energie auf die Straße.
 

 


  Daß die Wasserstoff-Technologie hoch hinaus will, beweist Cryoplane, das Flugzeugprogramm der Daimler-Benz Aerospace GmbH (Hamburg). "Spätestens 2002 wollen wir mit einem wasserstoffbetriebenen Flugzeug in der Luft sein", erläuterte Projektmanager Heinz Klug die ehrgeizigen Pläne der Flugzeugbauer. "Wenn alle Aspekte der Flugsicherheit durch das Luftfahrtbundesamt geklärt sind, wollen wir in zehn Jahren die ersten Passagiere von Frankfurt nach München befördern, ganz ohne Kerosin in den Tanks." Am Boden wird Wasserstoff als Energielieferant bereits eingesetzt:
  • Eine einzige vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Freiburg) entwickelte kleine Patrone des Gases reicht aus, um einen handelsüblichen tragbaren Computer der Firma Siemens Nixdorf zehn Stunden lang mit Strom aus einer Mini-Brennstoffzelle zu versorgen. Die Kosten sollen bei größeren Stückzahlen deutlich unter denen herkömmlicher Lithium-Akkus liegen.
  • Dezentrale Kleinkraftwerke, die Wasserstoff rückstandslos in Niedertemperatur- Brennstoffzellen verfeuern, stoßen inzwischen bei immer mehr Kommunen auf Interesse. Und im Zuge der Umwelt- und Energiedebatte findet der Wasserstoff auch immer mehr Anhänger in der Politik.

In Gedankenexperimenten der Energiejongleure spielt Wasserstoff bereits heute eine Rolle: Branchenriese Siemens will Wasserstoff in ein auf der Hannover Messe vorgestelltes "Energiekonzpet der Zukunft" aufnehmen - gleichberechtigt neben Sonnen- und Windenergie.

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